Wallmeroder Holzweg ist ausgezeichnet

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Anerkennung Verbandsgemeinde erhält Klimaschutzpreis für kommunale Holzverwendung

Die Verbandsgemeinde Wallmerod gehört zu den drei Siegern des Kommunalwettbewerbs HolzproKlima in Rheinland-Pfalz. Prämiert wurde ihr Projekt „Wallmeroder Holzweg“. Es zeigt, wie durch zukunftsweisende und nachhaltige Investitionen in den schrittweise steigenden Einsatz von Holzprodukten im öffentlichen Bereich der Klimaschutz langfristig profitiert. Klaus Lütkefedder, Bürgermeister der VG Wallmerod, betont: „Mit diesem Preis werden einerseits unsere Bemühungen um Umweltschutz und Energieeinsparung und andererseits der Mut, bei kommunalen Bauten neue Wege zu gehen, gewürdigt. Ein sichtbares Beispiel dafür ist das innovative Sonnenschutzsystem im Freibad Hundsangen.“

Insgesamt gingen bei dem Wettbewerb unter der Schirmherrschaft von Ministerin Malu Dreyer 38 Bewerbungen ein, aus denen eine Fachjury fünf Preisträger nominierte. Der erste Platz ging an die Stadt Alzey, der zweite an die VG Ruwer, der dritte an die VG Wallmerod. Einen Sonderpreis für die beste Onlinebewertung erhielt die Gemeinde Dirmstein. Eine zusätzliche Anerkennung sprach die Wettbewerbsjury für das pädagogische Konzept der Umweltlernschule Plus des Landkreises Ahrweiler aus. Ihr vorbildliches Engagement für den Klimaschutz würdigte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Preisverleihung in Landau: „Wer mit Holz baut, leistet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und stärkt die regionale Wertschöpfung im Waldland Rheinland-Pfalz.“ Die vermehrte und verantwortungsvolle Holzverwendung zum Bauen und Wohnen, so die Ministerin weiter, ist ein wichtiger Beitrag zum Erreichen der Klimaziele des Landes.

Der „Wallmeroder Holzweg“ steht für eine konsequente Holzverwendung im öffentlichen Beschaffungswesen. Zunächst wurden von der Verbandsgemeinde in öffentlichen Ausschreibungen Sondervorschläge und Nebenangebote zur Ausführung in Holz zugelassen und anstelle ursprünglich geplanter Stahl- bzw. Betonkonstruktionen beauftragt. Beispiele dafür sind die Dachkonstruktion der Sport- und Kulturhalle Wallmerod und die Aufstockung des Rathauses der Verbandsgemeinde. Aufgrund der positiven Erfahrungen wurden in einem weiteren Schritt, für die zur Verbandsgemeinde gehörenden Ortsgemeinden, Maßnahmen als Holzbaukonstruktionen ausgeschrieben, beispielsweise bei der Kita-Aufstockung Meudt, der Kita-Erweiterung und dem Krippen-Anbau Herschbach/Oww.

Dem folgten innovative Holzbauprojekte, die auch im Rahmen des Holzbauclusters Rheinland-Pfalz gefördert wurden, wie der werkstoffübergreifende Experimentalbau – HSV21 des Herschbacher Sportvereines, bei dem die Verbandsgemeinde als Vergabestelle für den Verein fungierte. Im Freibad Hundsangen wurde die Tripod-Technologie, die in einem Forschungsprojekt der Fachhochschule Trier entwickelt wurde, als Sonnenschutzsystem Sun-Tripod eingesetzt (die WZ berichtete).

Ein Meilenstein waren die Westerwälder Holztage 2012, welche die Verbandsgemeinde Wallmerod für die drei Landkreise Westerwald, Altenkirchen und Neuwied unter dem Motto „verwurzelt – verarbeitet – verwertet“ durchführte, um die ganze Bandbreite der Holznutzung zu präsentieren. Neben einem Fachsymposium und einer Ausstellung mit über 60 Ausstellern und mehreren Tausend Besuchern fanden begleitende Projekte statt, wie der Bau eines „Holz-Barfuß-Pfades“ durch eine AG der Realschule plus Salz. „Natürlich bleiben wir auf dem ,Holzweg' und wollen auch weiterhin die Vorteile neuester Holzbautechnologie in kommunalen Baumaßnahmen nutzen. Schließlich haben wir das Produkt Holz vor der Haustüre und leistungsstarke Holzbauunternehmen in der Region“, erklärt Lütkefedder.

Kommunalwettbewerb HolzProKlima

Der Kommunalwettbewerb HolzProKlima wurde nach den positiven Erfahrungen 2014 in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz durchgeführt. Mit über 42 Prozent Waldfläche ist Rheinland-Pfalz eines der waldreichsten Bundesländer in Deutschland. Da die Kommunen hier zu den größten Waldbesitzern zählen, können vor allem sie durch den nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit der wertvollen Ressource Holz im öffentlichen Auftrags- und Beschaffungswesen einen besonderen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Über vier Monate konnten Landkreise, Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz ihre Wettbewerbsbeiträge einreichen. Zehn Fachjurymitglieder aus den Bereichen Politik, Medien, Architektur sowie Holz- und Forstwirtschaft haben die Preisträger aus den insgesamt 38 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen ermittelt.

sportlerheim herschbach

Der „Wallmeroder Holzweg“ steht für eine konsequente Holzverwendung im öffentlichen Beschaffungswesen. Von der Verbandsgemeinde geförderte Projekte wie der Experimentalbau HSV 21 (Sportlerheim Herschbach/Oww.) stehen dabei für einen zukunftsweisenden und innovativen Holzbau.

Mehr Informationen zum Kommunalwettbewerb sowie zur Initiative HolzProKlima finden Sie im Internet unter der Adresse www.holzproklima.de
 
Angela Baumeier , Westerwälder Zeitung vom Samstag, 19. September 2015, Seite 13

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