Aktionsprogramm "Energie 2020"

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Die Kraft von Wind und Sonne noch mehr nutzen

Der Rat der Verbandsgemeinde Wallmerod hat viele Pläne, um die Kraft von Wind und Sonne noch mehr zu nutzen. Einstimmig war demzufolge der Beschluss, durch den Bürgermeister Klaus Lütkefedder beauftragt ist, mit den Ortsgemeinden eine grundlegende Vereinbarung zum Thema Windenergie zu treffen.

Im Detail muss dies nun untersucht und geplant werden. Fest steht, dass die zwei in Bau befindlichen Anlagen am Hahner Stock wie geplant in Betrieb genommen werden. Darüber hinaus soll aber die gesamte Fläche der Verbandsgemeinde Wallmerod im Hinblick auf die Teilflächenpläne Windenergie neu durchdacht und überplant werden. In einem nächsten Schritt sind die Konzentrationsflächen zu ermitteln und ein Zeitplan zu erarbeiten, um bis Ende 2014 einen Beschluss im Hinblick auf weitere Windkraftanlagen (WKA) herbeizuführen. Eine neue Standortuntersuchung ist dafür von Nöten, weil sich zwischenzeitlich die Möglichkeiten erweitert haben. Zum Beispiel sind nun auch WKA in Wäldern zulässig.

Bei den Fraktionen fand dieser Vorschlag Zustimmung. „Die Kosten dafür kommen wieder rein“, sagt Wolfgang Brach (SPD), und bittet darum, auch die Nachbargemeinden in die Überlegungen mit einzubeziehen. Hubert Eidt (FWG) ist es wichtig, dass innerhalb der Diskussionen um mehr WKA die Bürger mit einbezogen werden, damit ihnen die Angst davor genommen wird. Weiterer Bestandteil des im Sommer 2010 auf Antrag der CDU verabschiedeten Aktionsprogramms Energie 2020 ist ein Maßnahmenpaket, mit dem in der VG Wallmerod Energie gespart werden soll.

Ein Eckpfeiler des Aktionsprogramms ist die Optimierung des Energieverbrauchs in öffentlichen Gebäuden durch energetische Sanierungen. Geplant ist insbesondere, die alte Elektroheizung im Sportplatzgebäude der Zentralen Sportanlage gegen das demontierte Gas-Brennwertgerät aus der Grundschule Niederahr auszutauschen. Im Feuerwehrgerätehaus Wallmerod sollen energetische Optimierungsmaßnahmen an Heizungsanlage und Wärmedämmung umgesetzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt des Aktionsprogramms ist die Prüfung regenerativer Energien insbesondere der Fotovoltaik. Weil die Einspeisungsvergütung bis Juli 2012 um rund 24 Prozent rückläufig ist, schlägt Lütkefedder vor, das Engagement in Bezug auf Fotovoltaik auf das erste Halbjahr 2012 zu konzentrieren, damit sich die Anlagen rechnen. Nach ersten Überlegungen kommen wegen ihrer Lage acht Objekte für eine Nutzung von Fotovoltaikanlagen in Frage, die sich in der Nutzung der Verbandsgemeinde befinden. Das sind die Grundschulen Herschbach, Hundsangen und Weroth, die Sporthalle der GTS Meudt, die Sport- und Kulturhalle Wallmerod sowie die Feuerwehrgerätehäuser Hundsangen, Meudt und Wallmerod. Zuerst müssen die Gebäude auf Dachzustand, Statik und Einspeisesituation und die entsprechende Zweckmäßigkeit überprüft werden. Gemäß Antrag der Grünen/Bündnis 90 werden zukünftig Anlagen, die regenerative Energie erzeugen inklusive ihrer Leistung auf der Internetseite der VG gelistet.

Im kommenden Jahr sind insgesamt 108 000 Euro für den Investitionsbereich Energie eingeplant, davon rund 80 000 Euro für Fotovoltaikanlangen. Gleichzeitig fasste der Rat den Beschluss, das günstige Zinsniveau zu nutzen und bei Mehrbedarf für die Fotovoltaikanlagen eine Finanzierung über die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) sicherzustellen. Wenn alle Maßnahmen umgesetzt werden, könnte sich der Betrag für Fotovoltaik auf 500 000 bis 600 000 Euro erhöhen. „Die Verwaltung wird beauftragt, 1 Millionen Euro für Investitionen im Aktionsprogramm Energie 2020 in den Haushalt 2012 und den Folgejahren einzustellen“, lautet der einstimmige Beschluss des Verbandsgemeinderates Wallmerod.

Susanne Willke, Westerwälder Zeitung 30.12.2011

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